09.06.2026 – Die Bundesregierung hat Anfang Juni 2026 das Aktionsprogramm zur Umsetzung der Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie (NKWS) vorgestellt. Mit zwölf priorisierten Maßnahmen soll die Kreislaufwirtschaft in Deutschland bis Ende 2027 gezielt gestärkt werden. Ziel ist es, Rohstoffe länger im Wirtschaftskreislauf zu halten, die Versorgungssicherheit zu erhöhen, die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft zu stärken und gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zum Klima- und Ressourcenschutz zu leisten.
Kreislaufwirtschaft als Schlüssel für Wettbewerbsfähigkeit und Versorgungssicherheit
Angesichts globaler Rohstoffengpässe, geopolitischer Unsicherheiten und steigender Anforderungen an nachhaltiges Wirtschaften sieht die Bundesregierung die Kreislaufwirtschaft als einen zentralen Baustein für die Zukunft des Wirtschaftsstandorts Deutschland. Durch Ressourceneffizienz und geschlossene Stoffkreisläufe können Unternehmen ihre Abhängigkeit von Primärrohstoffen reduzieren und gleichzeitig Kosten sowie Treibhausgasemissionen senken. Laut einer Studie könnten bis 2030 zusätzlich bis zu 80 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente eingespart werden.
Mehr Investitionen und Innovationen für die Circular Economy
Ein Schwerpunkt des Aktionsprogramms liegt auf der Förderung innovativer Technologien und Geschäftsmodelle. Dafür sollen rund 260 Millionen Euro für das neue Förderprogramm „Zukunft Kreislaufwirtschaft“ bereitgestellt werden. Unterstützt werden unter anderem Pilotanlagen, Recyclingtechnologien für Batterien, Photovoltaik-Module und Windkraftanlagen sowie digitale Lösungen für zirkuläre Wertschöpfungsketten. Weitere 305 Millionen Euro sollen zwischen 2027 und 2030 in zusätzliche Investitionsförderungen fließen.
Digitalisierung als Treiber geschlossener Stoffkreisläufe
Die Bundesregierung plant außerdem eine umfassende Digitalisierungsinitiative für die Kreislaufwirtschaft. Im Fokus stehen der Digitale Produktpass, KI-gestützte Anwendungen sowie der Aufbau eines „Circular Economy Information Ecosystems“ (CEIS). Dadurch sollen Materialströme transparenter, Prozesse effizienter und neue Geschäftsmodelle ermöglicht werden.
Öffentliche Beschaffung soll Vorbildfunktion übernehmen
Mit ihrem erheblichen Beschaffungsvolumen will die öffentliche Hand künftig verstärkt Anreize für den Einsatz von Recyclingmaterialien und kreislauffähigen Produkten schaffen. Gleichzeitig sollen die Wiederverwendung, Reparatur und Aufarbeitung von Produkten stärker berücksichtigt werden. Auch im Bauwesen sollen Sekundärrohstoffe künftig eine größere Rolle spielen.
Produktverantwortung wird ausgeweitet
Für die Verpackungsbranche besonders relevant: Das nationale Verpackungsrecht soll bis August 2026 an die neue europäische Verpackungsverordnung (PPWR) angepasst werden. Zudem plant die Bundesregierung Verbesserungen bei der erweiterten Herstellerverantwortung sowie die Einführung entsprechender Regelungen für Textilien.
Darüber hinaus setzt sich die Bundesregierung dafür ein, dass die in der PPWR vorgesehenen Rezyklateinsatzquoten für Kunststoffverpackungen bereits vor ihrem offiziellen Start im Jahr 2030 Wirkung entfalten. Geplant ist eine sogenannte „Ansparphase“ in den Jahren 2028 und 2029, in der eingesetzte Kunststoffrezyklate auf die späteren Quoten angerechnet werden können.
Bedeutung für Unternehmen
Das Aktionsprogramm zeigt deutlich, dass die Kreislaufwirtschaft in den kommenden Jahren weiter an Bedeutung gewinnen wird. Unternehmen sollten sich frühzeitig auf neue Anforderungen einstellen und gleichzeitig die Chancen nutzen, die sich durch Digitalisierung, Recycling, Rezyklateinsatz und innovative Geschäftsmodelle ergeben.
Für Hersteller, Inverkehrbringer und Verpackungsverantwortliche werden insbesondere die Anpassungen im Verpackungsrecht, die steigende Bedeutung von Rezyklaten sowie die zunehmende Digitalisierung entlang der Liefer- und Wertschöpfungsketten relevant sein.
Hier können Sie das Aktionsprogramm NKWS als pdf downloaden.
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Quelle: Aktionsprogramm NKWS